Motorrad-Führerschein

Sinnbild_Kraftrad.svgDas kam selbst für mich irgendwie überraschend. Mit 36 mache ich „noch“ den Motorradführerschein. Wie es dazu kam? Irgendwie habe ich schon länger latent darüber nachgedacht, mal auf zwei Rädern zu fahren, die einen Motor eingebaut haben. Zum einen habe ich mich mit meinem supernetten ehemaligen Arbeitskollegen Mark immer mal über „Baumarktroller“ unterhalten. Er selbst hat einen Roller, der ganz regulär 60 km/h schafft. Und für 300€ durch die Stadt zu rollern, hatte irgendwie seinen Reiz. Aber die meisten Roller schaffen eher 45 km/h und ich finde, damit lebt man eher gefährlich, weil man als rollendes Verkehrshinternis die anderen vier-rädrigen Verkehrteilnehmer dazu animiert, einen genervt und nicht immer ungefährlich zu überholen. Außerdem fahren Rollerpiloten im T-Shirt und sind übergewichtig und hässlich. (Nein, Mark, du natürlich nicht.) Das Thema Roller war schon längst wieder vom Tisch. Ob mein Traum eines nachts damit zu tun hatte, bei dem ich auf einer 1-Liter-Tetra-Pack-Milchtüte sitzend über die Dörfer geheizt bin, müsste ein professioneller Psychologe bewerten. Amüsant war es auf jeden Fall und verdammt umweltfreundlich. Man wundert sich schon irgendwie, auf welche wirren Gedanken das Hirn nachts so kommt. Irgendwie wurde wohl mein Biker-Schicksal letztendlich eher von den beiden Lieblings-Arbeitskollegen meines neuen Arbeitgebers besiegelt, die beide begeisterte Motorradfahrer sind. Der eine schraubt oder trialt sogar jede freie Freizeit-Minute.

Meine Frau kann prima nähen (nö, das ist kein bisschen spießig) und macht unter anderem Linux-Pinguine. Eins der Exemplare hab ich mit ins Büro genommen (unser „Support-Pinguin“ inklusive Headset). Also fragte mich mein Kollege, wie er denn meine Frau bestechen könnte, für seine kleine Tochter auch so einen Fischfresser zu basteln. Ich meinte, sie würde bestimmt gerne mal wieder Motorrad fahren. Immerhin hat sie seit 10 Jahren Ihren Möp-Führerschein, aber kam bislang wegen Geldmangels nicht in den Genuss, mal wieder auf zwei Rädern über’s Land zu heizen. Also hat er uns geholfen, ein bezahlbares Krad zu finden. Meine erste Preisvorstellung von 1000€ (so unbegrenzt ist unser Budget nun auch nicht) haben wir nicht geschaft, aber für 1500€ haben wir eine 10 Jahre alte Yamaha XJ 600 N erstanden. In einer Nacht- und Nebelaktion hat er das zweirädrige Gerät mit seinem VW-Bus mit angebauter Traverse aus Itzehoe nach Hamburg gebracht. Also waren wir mehr oder weniger spontan Besitzer eines Motorrads. Meine Frau hat sich total gefreut und wir waren die Helden. Und irgendwie bekam ich zunehmend Lust, auch mal schneller als mit Tempo 30 auf zwei Rädern unterwegs zu sein. Frei nach dem Motto „Wenn ich rechts drehe, wird die Landschaft schneller“ oder „Wer später bremst, ist länger schnell.“ Wie ich selbst zum Motorradfahrer wurde und wie es einem alten Knacker wie mir in der Fahrschule erging, damit werde ich euch hier im Blog ein wenig langweilen. Und vielleicht gibt es ja Denkanstöße für andere Motorradfahrschüler und solche, die nicht wissen, ob sie es werden sollten. Und keine Sorge, ich fahre nicht mit dem Zelt zu jedem Hardrock-Festival, habe keine langen Haare und halte mich auch sonst irgendwie nicht für den typischen Motorradpiloten.

Übrigens habe ich noch ein paar lesenswerte Motorrad-Blogs auf dem Weg aufgegabelt:

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